Die 3. Säule ist eine freiwillige und private Vorsorge in der Schweiz, bei welcher ein gewisser Betrag pro Jahr eingezahlt werden kann, dieser ist durch einen Maximalen Betrag pro Jahr gedeckelt. Hierbei gibt es zwei Varianten:


Die 3a Säule ist eine gebundene Altersvorsorge für selbständige und unselbständige. Das Geld ist nicht frei verfügbar und kann erst bei der ordentlichen Pensionierung bzw. 5 Jahre davor bezogen werden. Ein früherer Vorbezug ist jedoch unter folgenden Umständen erlaubt: beim definitiven Verlassen der Schweiz, dem Erwerb von selbst bewohntem Eigentum oder die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. Viele Anbieter dieses Produkts geben auch die Möglichkeit, das Vermögen für den Eigenheimkauf zu beleihen und als Sicherheit zu hinterlegen, als dies auszuzahlen. Die Vorteile einer 3a Säule sind eine (etwas) höhere Rendite / Zins, eine zusätzliche Altersvorsorge welche als komplettbetrag oder mit einem bestimmten Umwandlungssatz als monatliche Rente ausbezahlt werden kann (Grundsätzlich eine Wette darauf, wie lange man lebt, erwartet man das man eher früh in der Pensionierung das Zeitliche segnet so macht eine Auszahlung mehr Sinn als die Rente und umgekehrt), die Auszahlung kann bereits 5 Jahre vor Renteneintritt ausgeführt werden und eignet sich für eine Frühpension. Der Höchstbetrag ist für das Jahr 2021 bei 6883 Franken gedeckelt, man kann nicht mehr als diesen Betrag in eine 3. Säule (a) einzahlen und es kann auch nicht mehr als dieser Betrag von den Steuern abgezogen werden. Eine Ausnahme gilt für Selbständig Erwerbende welche keinen Pensionskassen Anschluss haben, diese können sogar 20% des jährlichen Erwerbseinkommens bzw. maximal CHF 34’416.– im Jahr 2021 einzahlen. Der Maximalbetrag ändert von Jahr zu Jahr, die Tendenz ist jedoch ganz klar Steigend.


Die Säule 3b ist nicht gebunden, über das Geld kann frei verfügt werden und es kann jederzeit ausbezahlt werden, ausserdem hat dieses kein Einzahlungslimit und nur geringe Steuerliche Vorteile.


Man kann mehr als nur ein 3. Säule Konto haben, es ist sogar empfohlen mehrere zu haben: Wenn man die 3. Säule mit 60 Jahren zur Frühpensionierung nutzen will, so muss man das Konto auflösen. hat man mit 60 250'000 Franken welche man aus der 3. Säule auszahlen will, so kommen als Alleinstehender Mann ohne Konfession mit Steuerdomizil Zürich gut 17’400 Franken Staatssteuern, Gemeindesteuern und direkte Bundessteuern auf einen zu. Hat man es jedoch auf 2 Konten verteilt, welche je mit 125'000 gestaffelt aufgelöst werden, so spart man etwa 4'400 Franken an Steuern, bei einer Staffelung von 5 x 5’000 Franken sind es sogar fast 6'000 Franken welche man sparen kann.

(Quelle: Vermögenspartner AG, die Zahlen sind für das Jahr 2019 berechnet)


Ich selbst habe mittlerweile drei 3. Säulen Konten, zwei bei der VIAC und eine bei der ZKB. Die 3. Säule kann entweder bei einer Versicherung oder auch bei einer Bank abgeschlossen werden.


Bei einer Versicherung schliesst man dabei einen Vertrag ab, welcher Verpflichtet monatlich einen gewissen Betrag an die Versicherung zu zahlen, der Betrag kann jederzeit angepasst werden, jedoch muss man mindestens 100 franken monatlich einzahlen. Der Vorteil bei der Versicherung ist jedoch, dass man hierbei auch noch für den Todesfall oder den Erwerbsausfall abgesichert ist, ausserdem gibt es einen garantierten Zins welcher sich nicht ändert, ob das jedoch bei den momentanen Zinsen ein Vorteil ist, muss jeder selbst entscheiden. Der grosse Nachteil ist jedoch, dass im Falle von Jobverlust oder anderen Finanziellen Problemen der Vertrag aufgehoben werden muss, was einige Gebühren und Kosten nach sich ziehen wird. Durch diesen Zwang, dass die Beiträge monatlich bezahlt werden müssen und nicht unterbrochen werden können, entsteht meiner Meinung nach ein gewisser Zahlungszwang bzw. eine dauerhafte Verbindlichkeit. Als junger 20-Jährige/r verpflichtet man sich somit, für über 40 Jahre einen Mindestbetrag von 100 Franken im Monat zu zahlen, weswegen von einigen Versicherungsvertretern oder Beratern auch grossen Druck auf junge ausgeübt wird, um eine solche Versicherung abzuschliessen, unter anderem da diese auch eine hohe Provision abwirft, sofern der Berater / Vertreter auf Provisionsbasis arbeitet. Ich kenne einige, welche sich mit ihren Beratern genau deswegen verworfen haben, ich selbst habe meinem Berater von Beginn an gesagt, dass ich keine solche Lösung vorgeschlagen haben will.


Ich bevorzuge die Variante einer Bank, bei der es keinen Zahlungszwang gibt und man einfach jedes Jahr das zahlen kann was man will und in einer Finanziellen Notlage oder bei Jobverlust einfach nichts einzahlen kann und man dabei keine Nachteile hat. (Ausser dem Steuerabzug welcher in diesem Fall nicht getätigt werden kann) Sowohl meine Partnerin als auch ich zahlen jedes Jahr den Maximalbetrag ein, da wir von den Vorteilen profitieren wollen, jedoch gibt es noch einen nicht erwähnten Vorteil: Das eingezahlte Vermögen kann auch langfristig an der Börse angelegt werden, hierfür kann man bei einigen Banken 10% oder mehr des eingezahlten Kapitals in Aktien / ETF’s / Anleihen / Fonds investieren.

Quelle: www.Viac.ch

Viele Anbieter schlagen Strategien oder Gesamtlösungen vor, ich bevorzuge den Anbieter VIAC, da man hier bis zu 97% in solche Finanzprodukte investieren kann. Hinzu kommt, dass man sich fast ohne Einschränkung nach persönlicher Präferenz sein Portfolio zusammenstellen kann. Neben der Möglichkeit, das ganze als normales 3. Säule Konto zu nutzen, kann man auch Obligationen aus der Schweiz oder weltweite Obligationen als Investitionen nehmen, es gibt Hochzinsanleihen, Schweizer ETF’s, ETF’s welcher diversen Indizien von Industrieländern abbilden, ETF’s auf Schwellenländer, Immobilien Schweiz oder Immobilien Weltweit, Rohstoffe oder alternative Anlagen.

Quelle: www.Viac.ch


All diese Produkte haben auch Produktkosten und verwaltungsgebühren, die Verwaltungsgebühren sind auf 0.44% des Investierten Kapitals gedeckelt. (also nur das in den Finanzprodukten investierte Kapital, nicht das gesamte 3. Säule Kapital) Die Produktkosten sind dazu da, die TER der einzelnen ETF’s und das rebalancing zu bezahlen.

Quelle: www.Viac.ch

Wie zuvor erwähnt, gibt es gewisse Einschränkungen: Die 97% können zum Beispiel nicht komplett in einen Nasdaq 100 ETF investiert werden, sondern nur 35%, man wird zu einer gewissen Diversifikation gezwungen. Auch kann maximal 60% in Produkten in fremden Währungen investiert werden, zum Beispiel 35% in einen Nasdaq 100 ETF und 25% S&P500 ETF. Es gibt jedoch auch einen MSCI World CHF hedged, somit in Schweizer Franken abgesichert, dieser gilt dann als Schweizer Franken Investition obwohl die Werte des ETF die Industrieländer abdecken. Durch die Kursschwankungen gerät das ursprüngliche Verhältnis der Asset Allokation natürlich zunehmend durcheinander, jedoch wird immer am 1. Handelstag im Monat ein Rebalancing vorgenommen, sprich die Werte werden automatisch wieder so angepasst, dass sie den entsprechend eingestellten Prozentsatz haben.

Quelle: www.Viac.ch

Ich habe Mitte 2019 6’826 Franken (Maximalbetrag 2019) eingezahlt und habe damit bis jetzt mehr als 32% Rendite machen können, somit über 2’238 zusätzliches Geld für meine Rente verdienen können. Seit Anfang März habe ich nochmals 27270 Franken auf ein zweites Konto einbezahlt, welches mit der gleichen Asset Allokation wie das erste eingestellt ist und bis jetzt auch schon über 500 Franken an Rendite erwirtschaftet hat. Natürlich darf das Risiko auch nicht vernachlässigt werden, ich habe 35% im Nasdaq, 25% im S&P 500, 25% in einem MSCI World und 2% im SPI, die Strategie ist sehr US lastig, jedoch ist der Anlagehorizont fast 30 Jahre, wenn es einen Crash gibt, so hat das Kapital genug Zeit, sich davon zu erholen, bzw. ich kann dann ja auch noch weiteres Geld einzahlen um den durchschnittlichen Einkaufspreis der Finanzprodukte weiter zu drücken.


Quelle: www.Viac.ch

Der VIAC support ist sowohl telefonisch zu erreichen, als auch via Chat, oder Mail. Kleiner Geheimtipp: Auf der Facebook Seite von VIAC, kann man auch im Messenger kontakt aufnehmen, so habe ich vor mehr als einem Jahr angefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, den Nasdaq 100 ETF ebenfalls als Auswahl aufzunehmen und einen Dividenaristokraten ETF, ich wurde vorerst vertröstet und es wurde mir mitgeteilt, dass dies geplant sei. Einige Monate später bekam ich plötzlich eine weitere Nachricht, dass dies nun möglich ist, ich finde es toll, wie der Kontakt von VIAC aufrechterhalten wird. Ausserdem kann man sich gegen das Risiko Invalidität oder Todesfall absichern lassen, ich sehe bei VIAC ein hohes Mass an Innovation und bin sehr zufrieden mit der Lösung. Die Einstellungen können sowohl in der VIAC App für Smartphones oder auch auf einer Desktop Version eingestellt werden. Das Erstellen eines Kontos bei VIAC ist sehr einfach und wirklich schnell und selbsterklärend, es ist in unter 10 Minuten machbar, zu beginn wird man auch über den Anlagehorizont und die Risikobereitschaft ausgefragt. Die Überweisung geht ca. 1-2 Arbeitstage, das investieren wird vollautomatisiert entsprechend der Einstellungen durchgeführt, die Standardeinstellung ist 0% investieren und 100% Säule 3a Konto.

Quelle: www.Viac.ch

Wenn man einen Freund / eine Freundin empfiehlt, so erhält man zwar kein Geld, jedoch werden dem/der beworbenen Freund/in auf die ersten 500 Franken die Gebühren ein leben lang erstattet, als empfehlende Person erhält man ebenfalls 500 bis maximal 5000 Franken welche gebührenfrei angelegt werden können. Nach eigenen Angaben wurden bereits mehr als 1 Milliarde Schweizer Franken auf 3a Konten von VIAC eingezahlt und über 44'000 Kunden sind bei dem Anbieter. Die Einzahlungen werden an die Terzo Stiftung von der WIR Bank gezahlt, die Stiftung ist unabhängig und verantwortlich für die bedürfnisgerechte und sichere Verwaltung der Vorsorgevermögen. Aber: Was passiert im Falle eines Konkurses der Depotbank? Falls die WIR Bank in eine finanzielle Schieflage geraten sollte, ist es die Aufgabe dieser Stiftung die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um das Vorsorgevermögen ihrer Kunden zu schützen, zum Beispiel der Wechsel zu einer anderen Depotbank. Die gekauften Wertschriften werden bei der Credit Suisse geführt und gelten als Sondervermögen und fallen im Falle eines Konkurses nicht in die Konkursmasse der Depotbank. Wichtig: Wie bei jeder Bank gibt es für das 3. Säule Vermögen keine Einlagensicherung: Somit werden die ersten 100'000 Franken Barvermögen in der 3. Säule nicht gesichert, sondern es gibt nur ein Konkursprivileg, das bedeutet, dass die als Genossenschaftlich geführte WIR Bank Barvermögen von bis zu 100'000 Franken nur bevorzugt behandelt. Gemäss Factsheet der FINMA heisst das im Klartext, dass die Werte bis 100'000 Franken in der zweiten Konkursklasse angesiedelt werden, direkt nach den Lohnforderungen und Pensionskassenforderungen der Mitarbeiter der Bank, was noch immer eine relativ hohe Sicherheit ist. Die Vermögen über 100'000 Franken werden jedoch der dritten Konkursklasse zugeschrieben und werden wie alle anderen Gläubiger behandelt. Hätte man also 1 Million Franken bei der VIAC, wovon 97% investiert sind, so liegen nur 30'000 Franken auf dem Konto brach, welche der zweiten Konkursklasse zugeschrieben werden, die 970'000 Franken welche investiert sind, sind Sondervermögen und soweit sicher. Ich bin sehr von VIAC überzeugt und bin froh, dass es in der Schweiz die Möglichkeit gibt, sein Vorsorgevermögen gewinnbringend, langfristig und Steuerbegünstigt anzulegen.

Quelle: www.Viac.ch

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  • Cashflow

Ich habe nach einem meiner letzten Posts auf Instagram und Facebook diverse Fragen zu den 3 Säulen erhalten, besonders auch zur 3. Säule, bei der ich einen Teil meines Rentengeldes in ETF’s investiert habe. Diese Produkte ist in Deutschland und Österreich relativ unbekannt, da es ein Bestandteil des Schweizer Rentensystems ist, aber auch in der Schweiz verstehen viele die 3 Säulen nicht auf welchen das Schweizer Rentensystem fusst:


Die 1. Säule oder auch Staatliche Vorsorge: Die Alters- und Hinterlassen Versicherung (AHV) wird in einem sogenannten Umlageverfahren verteilt. Das bedeutet, dass jeder Arbeitnehmer in der Schweiz eine Sozialabgabe von 4.35% des Lohnes an die AHV abgeben muss und der Arbeitgeber ebenfalls zusätzlich zum normalen Lohn eine Sozialabgabe von 4.35%. Diese insgesamt 8.7% werden nicht für die eigene Rente gespart, sondern diese werden den jetzigen Rentnern ausbezahlt. Das bedeutet, dass unsere AHV Rente in Zukunft von den jungen und arbeitenden Generationen getragen wird. Durch Studium oder Arbeitslosigkeit können hier Beitragslücken entstehen, welche man jedoch nachzahlen kann. Je mehr eingezahlt wurde, was natürlich sowohl von der Höhe des Lohns und der Dauer der Einzahlung bzw. den Beitragslücken abhängt, desto mehr AHV Rente kann man erwarten. Es gibt einen Minimalbetrag der Altersrente (1195 Franken monatlich) und einen Maximalbetrag (2390 Franken monatlich), der höchstens doppelt so hoch sein darf. Bei verheirateten Rentnern gibt es einen besonderen Abzug, der umgangssprachlich auch als «Heiratsstrafe» bekannt ist, welcher besagt, dass die Summe der beiden Einzelrenten eines Ehepaars darf nicht grösser sein als 150 Prozent der Maximalrente. Wird dieser Höchstbetrag überschritten, werden die beiden Einzelrenten entsprechend gekürzt. Sprich bei Ehepaaren wird 25% weniger Rente bezahlt, was daran liegt, dass die AHV zu einer Zeit ins Leben gerufen wurde, als es nicht üblich war, dass verschiedene Personen in einem gemeinsamen Haushalt leben ohne verheiratet zu sein. Wenn man jedoch zusammenlebt, kann man sich viele Kosten teilen und spart somit, darum benötigt man im Alter auch weniger Geld. Da es heute jedoch üblich ist, dass man auch in form eines Konkubinats (unverheiratete Menschen welche zusammenleben) zusammenlebt, gibt es einen besonderen Nachteil, sollte man als Verheiratetes paar in die Rente gehen. Ich persönlich finde das ganze nicht korrekt, leider wurde jedoch jüngst in einer Abstimmung entschieden, das ganze so zu belassen. Ich hoffe, dass sich dies in Zukunft trotzdem bald ändert. Es ist möglich, diese Rente früher zu erhalten, jedoch wird damit die monatliche Rente lebenslang um 6.8% pro Jahr welches man früher in Pension geht gekürzt. Die Rente kann auch aufgeschoben werden, was die Rente für jedes weitere Jahr Arbeit um 5.2% erhöht. Auf das erwirtschaftete Geld nach der Pensionierung muss jedoch trotzdem die AHV gezahlt werden, man hat jedoch einen monatlichen Freibetrag von 1400 Franken. Die AHV ist dazu da, das Existenzminimum abzudecken, jedoch wird dies mit jedem weiteren Jahr schwerer und die Zahl der Altersarmut steigt auch immer mehr an. Ausserdem ist das Umlagesystem darauf ausgelegt, dass es stets mehr Junge Einwohner im Land braucht, welche arbeiten und den Älteren die Pension mit der AHV Umlage bezahlen. Genau dieser Umstand ist jedoch nicht mehr gegeben, da es durch die Fortschritte der Medizin und Technik immer mehr Ältere Personen gibt welche auch immer länger leben. Mittlerweile gibt es diverse andere Steuern und Beiträge, die nebenbei auch in die AHV fliessen, ohne diese wäre diese bereits heute sehr knapp besichert. Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu erkennen, dass es für die letzten nicht mehr aufgeht, oder wie man so schön sagt: «Die letzten beissen die Hunde». Es ist also nötig, sich mit dem Thema Rente und Altersvorsorge bereits in jungen Jahren auseinanderzusetzen.


Die 2. Säule oder auch Berufliche Vorsorge: In die Pensionskasse wird eingezahlt, sofern man mehr als 21’510 Franken Jahreslohn (Stand 01.01.2021) verdient und über 25 Jahre alt ist, es ist jedoch auch möglich eine Nachzahlung von Beitragslücken zu vollziehen um etwaige Lücken zu schliessen. Die Beiträge werden zur hälfte vom Arbeitnehmer und zur hälfte vom Arbeitgeber geteilt. Die höhe des Betrages hängt wie bei der AHV vom Lohn ab und wird durch einen Prozentsatz bestimmt, dieser Beginnt mit 25 Jahren bei 3.5% (total also 7%) und endet ab 55 Jahren bis zum Renteneintritt bei 9 % (total 18%). Ältere Arbeitnehmer sind somit einerseits erfahrene Arbeiter, andererseits jedoch auch teuer, da man fast 10% auf den Lohn drauflegen muss. Es gibt viele ältere und arbeitswillige Schweizer, die deswegen mühe haben eine neue Anstellung zu finden. Anders als bei der AHV wird das Geld in der Pensionskasse nicht im Umlageverfahren aufgeteilt, sondern man zahlt auf sein eigenes BVG Konto ein. Dieses Geld wird verzinst, momentan natürlich zu einem sehr geringen Satz, und wechselt nach einem Arbeitswechsel mit zur neuen Pensionskasse des neuen Arbeitgebers. Der grösste teil des Vermögens der Schweizer befindet sich in den Pensionskassen, dieses Geld wird ebenfalls mit Eintritt in das Pensionsalter ausbezahlt. Hierbei kann man wählen, ob man das ganze Geld auf einmal ausgezahlt werden haben will oder als Monatliche Rente ausbezahlt haben will. Bei der Monatlichen Rente wird ein Umwandlungssatz des angesparten Kapitals angewendet, welcher vor kurzem noch bei 5.75 % war und nun in den nächsten Jahren auf 4.8% sinken soll. Von 100'000 Franken angespartem Kapital wäre das nun eine Altersrente von 4800 Franken im Jahr. Ich müsste somit über 20 Jahre Rente beziehen, um mein gesamtes angelegtes Kapital wieder zurück zu erhalten. Wer diese Wette eingehen will, darf das gerne tun, doch für mich ist das nichts. Es gibt jedoch Möglichkeiten, das Geld früher zu beziehen: Es ist möglich, dass man für den Kauf eines Selbstbewohnten Eigenheims seine Pensionskassengelder einsetzen kann, genau wie bei der Gründung einer Firma. Natürlich muss, falls das Haus oder die Firma verkauft werden sollten, der Betrag wieder in die Pensionskasse zurückfliessen. Eine weitere Variante ist, bei einem definitiven Wegzug aus der Schweiz: Auch hier ist es möglich, das ganze Geld auszuzahlen. Aber Obacht: Auf den ausbezahlten betrag müssen auch Steuern bezahlt werden! Die 2. Säule ist dazu da, den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung weiterführen zu können, jedoch ist dies wie bei der AHV nicht mehr in jedem Fall möglich.


Die 3. Säule ist eine freiwillige private Vorsorge, bei welcher man einen gewissen Betrag pro Jahr einzahlen kann, dieser ist durch einen Maximalen jährlichen Betrag gedeckelt. Die 3. Säule gibt es in zwei Varianten, die 3a Säule ist eine gebundene Altersvorsorge für selbständig und unselbständig erwerbstätige. Gebunden bedeutet, dass über das Geld nicht frei verfügt werden kann und erst in der Pensionierung bezogen werden kann. Ein Vorbezug ist jedoch unter denselben Bedingungen wie bei der BVG / 2. Säule erlaubt. (Definitives Verlassen der Schweiz, Erwerb von Selbstbewohntem Eigentum oder Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit). Die Vorteile einer 3a Säule sind eine höhere Rendite / Zins, eine zusätzliche Altersvorsorge welche auch als komplettbetrag oder mit einem bestimmten Umwandlungssatz als monatliche Rente ausbezahlt werden kann, die Auszahlung kann jedoch bereits mit 60 ausgeführt werden und eignet sich für eine Frühpension. Der Höchstbetrag ist im Jahr 2021 bei 6883 Franken, welche man maximal in eine 3. Säule (a) einzahlen kann und von den Steuern abgezogen werden können. Die 3b Säule ist nicht gebunden, über das Geld kann frei verfügt werden und es kann jederzeit ausbezahlt werden, ausserdem hat dieses kein Einzahlungslimit und nur geringe Steuerliche Vorteile. Die 3. Säule kann sowohl bei einer Versicherung als auch bei einer Bank abgeschlossen werden. Bei einer Versicherung schliesst man einen Vertrag ab, welcher den Versicherungsnehmer Verpflichtet monatlich einen gewissen Betrag an die Versicherung zu zahlen, der Betrag kann jederzeit angepasst werden, jedoch muss man mindestens 100 franken monatlich einzahlen. Der Vorteil bei der Versicherung ist jedoch, dass man hierbei auch noch für den Todesfall oder den Erwerbsausfall abgesichert ist, ausserdem gibt es einen garantierten Zins welcher sich nicht ändert. Der Nachteil ist jedoch, dass im Falle von Arbeitslosigkeit oder anderen Finanziellen Problemen der Vertrag aufgehoben werden muss, was einige Gebühren und Kosten nach sich zieht. Durch den Zwang, dass die Beiträge monatlich bezahlt werden müssen und nicht unterbrochen werden können, entsteht meiner Meinung nach ein gewisser Zahlungszwang bzw. eine dauerhafte Verbindlichkeit. Als junger 20-Jährige/r verpflichtet man sich somit, für über 40 Jahre mindestens 100 Franken im Monat zu zahlen, weswegen von einigen Versicherungsvertretern auch grossen Druck auf junge ausgeübt wird, um eine solche Versicherung abzuschliessen, unter anderem da diese auch eine hohe Provision abwirft. Ich bevorzuge ganz klar die Variante einer Bank, bei der es keinen Zahlungszwang gibt und man einfach jedes Jahr das zahlen kann was man will und in einer Finanziellen Notlage oder bei Arbeitslosigkeit einfach nichts einzahlen kann und man dabei keine Nachteile hat. Ich habe selbst verschiedene 3. Säule Konten, alle sind bei Banken und ich werde mir auch in Zukunft keine Lösung einer Versicherung andrehen lassen. Warum ich mehrere Konten habe und wie ich das Geld, welches ich einzahle in ETF’s investieren kann und dabei auch noch Steuern sparen kann, welche Anbieter ich nutze, wie viel ich anlege, welche Performance ich dabei bisher erreichen konnte und vieles mehr erzähle ich euch gerne im nächsten Blogbeitrag, wenn es dann ausschliesslich um die 3. Säule an sich geht.

Quelle: Swisslife.ch

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Heute geht es um meine Anpassung von den monatlich ausgeführten Sparplänen in Höhe von 2400 Euro bei der Consorsbank:


In regelmässig abständen analysiere ich die von mir besparten Aktien und prüfe, ob diese den ursprünglichen Investment Case noch immer erfüllen. Genau das habe ich wieder gemacht: Viele Werte haben sich in eine Richtung entwickelt, welche nicht mehr mit meiner Strategie übereinstimmen, einige haben bereits einen grossen Teil meines Depots erreicht, dass ich diese nicht weiter bespare um mein Portfolio etwas zu rebalancen. Gleichzeitig habe ich auch andere Assets, welche ich zusätzlich bespare oder komplett neu in meinen Sparplan kommen. Wichtig: Ich habe keine meiner bestehenden Positionen verkauft! Einige der Unternehmen sind mit einem Link zu meiner Analyse hinterlegt, Achtung, einige Analysen sind mehr als 1 Jahr alt und daher kann es sein, dass sich einige Fundamentaldaten geändert haben, im grossen und ganzen sind diese jedoch noch immer korrekt.


(-25 Euro) LVMH habe ich bislang mit 50 Euro pro Monat bespart, diese Position hat sich mit fast 50% Rendite sehr gut entwickelt und hat eine Grösse von fast 2% im Aktienportfolio bzw. 1% des Gesamtportfolios, deswegen habe ich die Sparrate von LVMH auf 25 Euro im Monat gesenkt. Mein Investment Case ist noch immer intakt, jedoch sehe ich andere Unternehmen, welche mehr potenzial haben und werde deswegen auch etwas Umschichten.


(+25 Euro) Die 25 Euro werden auf einen Activision Blizzard Sparplan umgeschichtet, welche bereits seit beginn mit 25 Euro bespart wird. Activision Blizzard hat bereits über 40% Rendite für mich erwirtschaftet und hat eine Grösse von 1.5 % im Aktienportfolio und 0.5% im Gesamtportfolio. Activision Blizzard ist führend im Gaming Markt und einige der Spiele kenne ich spiele ich schon seit Jahren. Das ist also nicht nur eine reine Investment Position, sondern auch eine Liebhaber Aktie für mich. (Achtung Bias!)


(-25 Euro) Welltower hat sich nicht so gut entwickelt wie gehofft, da es sich im Gegensatz zu Omega Healthcare auf privat zahlende Kunden konzentriert, war das abzusehen. Die Geschäftsmodelle ergänzen sich ganz gut, jedoch hat die Krise Welltower meiner Meinung nach härter getroffen und diese haben auch ihre Dividende ausgesetzt. Da ich REIT’s wegen dem stetigen und steigenden Cashflow kaufe, ist Welltower erst mal raus. Welltower hat mir eine schöne Gesamtrendite von 20% eingebracht, jedoch sehe ich in anderen Werten mehr potenzial für die Zukunft.


(+25 Euro) Für Omega Healthcare Investors gibt es eine Erhöhung im Sparplan, die Sparrate von Welltower wird direkt in den nächsten REIT investiert. Omega Healthcare hat es geschafft, trotz Covid19 eine steigende Dividende zu gewährleisten und hat die Zahlungen nicht ausgesetzt. Ausserdem will ich weiterhin im Bereich Altenpflege investieren, da dieser Markt in Zukunft durch die stetig alternde Gesellschaft einen noch grösseren Boom erfahren könnte. Omega Healthcare hat mir zwar nur 8% Kursgewinne eingebracht, schüttet mir jedoch Jährlich 8% Dividende aus und hat die Dividende seit 17 Jahren ununterbrochen gesteigert. Das nenne ich mal eine kleine Cashcow.


(-250 Euro) 10 Deutsche Werte mit je 25 Euro Sparrate fliegen aus meinem Portfolio raus. Einerseits da Werte aus anderen Nationen wesentlich besser abgeschnitten haben, andererseits da ich bei den Dividenden neben den Quellensteuern auch noch einen Solidaritätsbeitrag abgezogen bekomme und damit noch weniger netto vom Brutto habe. BASF (+23% Rendite macht 2% des Aktienportfolios aus und ca. 1% im Gesamtportfolio) Fresenius (-12% Rendite macht 1.8% des Aktienportfolios aus und gut 0.8% in meinem Gesamtportfolio) und Fuchs Petrolub (+4% Rendite macht 1.5% des Aktienportfolios aus und 0.5% im Gesamtportfolio) bespare ich nicht mehr, da die Positionen bereits eine gute Grösse in meinem Portfolio erreicht haben, unter anderem wegen einigen Einmalkäufen über Degiro. CTS Eventim (+34% Rendite) und Covestro (54% Rendite) haben beide gut Gewinne gemacht, jedoch sehe ich auch hier nicht mehr so viel Potenzial in Zukunft wie in der Vergangenheit: Wichtig vor allem: CTS Eventim hat unter Covid19 ordentlich gelitten und tut es heute noch. Adidas (+16%), Fielmann (+8%), MTU Aero Engines (+9%), Bayer (-10%), und SAP (-5%) haben meiner Meinung nach schlechter performt als die Konkurrenz, darum werden auch hier die Sparpläne stillgelegt.


(-150 Euro) 6 US-Unternehmen mit je 25 Euro Sparrate fliegen ebenfalls aus meinem Sparplan bei der Consorsbank raus. General Electric (+36%) welche meinen Investment Case nicht mehr erfüllt, genau wie Cisco Systems (+6%), Kraft Heinz (+14%) und IBM (-5%). Ausserdem gibt es bei den unternehmen auch gute Konkurrenten, welche den Sektor oder die Branche meiner Meinung nach besser abbilden. Bei Boeing (+10%) und Airbus (+15%) gibt es durch Covid19 viele Probleme, auch weiterhin, ich halte die Aktien zwar immer noch, jedoch wird es längere Zeit dauern, bis diese sich wieder richtig etabliert haben. Union Pacific (+16%) habe ich als Nebenwert für den Industriesektor, dieser ist durch diverse der oben genannten Firmen bereits ziemlich gross und als Zyklische Branche will ich mich hier mehr auf das Dividendenflaggschiff und Schwergewicht 3M konzentrieren.


(+50 Euro) Nvidia hat in der Vergangenheit echt super performed, ich habe Kursgewinne von mehr als 100%, unter anderem wegen dem Krypto Hype und den ausverkauften Grafikkarten für das Krypto Mining. Ich erhöhe damit den monatlichen Sparplan von 50 Euro auf 100 Euro.


(+50 Euro) Tesla hat auch eine enorme Rendite hingelegt und ich bin ein totaler Fan von Elon Musk und seinen Firmen sowie auch von den Fahrzeugen selbst. Ein spannendes Unternehmen welches möglicherweise zu einem eigenen Biotop wie Apple werden kann durch die verschiedenen Partnerfirmen / Tochtergesellschaften wie «Boring Company», «SpaceX», Solar City etc. Ich erhöhe damit den monatlichen Sparplan von 50 Euro auf 100 Euro.


(+50 Euro) Take 2 Interactive kommt als komplett neuer Sparplan hinzu, da ich meine Gaming Position neben Nvidia und Activision Blizzard ausbauen will. Gaming und ESports sehe ich als ein Markt der Zukunft der ähnlich viele Umsätze wie Fussballspiele oder American Football machen könnte, mit wesentlich geringeren Kosten natürlich.


(+100 Euro) werden neu in einen MSCI World ETF investiert, da ich mein Fundament im Depot stärken will. (ETF mit Sitz in Irland wegen Steuerlichen Vorteilen)


(+100 Euro) werden neu in einen S&P500 ETF investiert, auch für das Fundament und da ich Überzeugt bin, dass die US-Unternehmen auch weiterhin den globalen Markt anführen, wenigstens für die nächsten 10 Jahre. (ETF mit Sitz in Irland wegen Steuerlichen Vorteilen)


(+200 Euro) werden neu in einen Nasdaq 100 ETF investiert, um vom Technologischen Boom zu profitieren. Ich will in meinem Portfolio die Waagschale zwischen Risiko und Rendite ausgeglichen haben, damit bin ich relativ gut gefahren bisher. (ETF mit Sitz in Irland wegen Steuerlichen Vorteilen)


(+100 Euro) Ausserdem habe ich einen weiteren Sparplan auf einem Separatem (auf mich laufendem) Depot für meine Kinder aufgesetzt, dieses bespart vorerst 100 Euro pro Monat in ETFs, 25 Euro S&P500, 25 Euro MSCI World und 50 Euro Nasdaq 100.


In Summe werden damit künftig Monatlich 2625 Euro investiert, das sind 225 mehr als zuvor. Es ist einfach toll, das Wachstum tag für Tag miterleben zu können, besonders da ein Teil der neuen Sparsumme von den Dividenden getragen wird, welche ich monatlich erhalte und welche, dank der Dynamik der Dividendensteigerungen und der stetig zugekauften Anteile der Aktien immer mehr steigen. Das bedeutet, einige meiner Sparpläne werden bereits komplett durch meine Dividenden Finanziert, der Schneeball kommt langsam ins Rollen! Vielleicht kommen künftig noch ein paar Werte hinzu oder ich fokussiere mich auf eine weitere Aktie oder Branche.

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