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Main Street Capital


Die Main Street Capital Corporation (ISIN: US56035L1044 / Symbol: MAIN) ist ein Finanzdienstleister der 1997 in den USA gegründet wurde und 2007 an der NASDAQ an die Börse ging, seit 2010 ist es jedoch an der New York Stock Exchange gelistet. Das Unternehmen hat den Sitz in Houston, Texas, in den Vereinigten Staaten und hat im Jahr 2012 das erste mal eine Marktkapitalisierung von 1 Milliarde Dollar erreicht.

Main Street Capital Corporation ist ein BDC (Business Development Company), das bedeutet, dass das Unternehmen als Finanzinvestor und Kapitalgeber für kleine und mittlere nicht-börsennotierte Unternehmen fungiert. BDC's stellen etablierten Unternehmen und auch Startup's Kapital in Form von Eigenkapital zur verfügung, womit die BDC Miteigentümer der Unternehmen wird. Es ist auch möglich, dass BDC's die Unternehmen durch Fremdkapital (mit Nachrangigen Krediten) bzw. verbriefte Unternehmenskrediten Finanziert. Diese Unternehmen weisen teilweise eine geringere Bonität auf und müssen deswegen auch höhere Finanzierungskosten in kauf nehmen. Diese kleine und mittleren Unternehmen können sich nicht leicht über Bankkredite oder Anleihen finanzieren und greifen darum gerne auf das Eigenkapital oder Fremdkapital von BDC's zurück. Es ist gut möglich, dass einige Unternehmen in einer Sanierungsphase sind oder sonstige Finanzielle Schwierigkeiten hat.Wichtig: BDC's haben keine Bankenlizenz, es ist also nicht mit einer Bank zu vergleichen. Ein grosser Vorteil von BDC's ist, dass diese meist selbst Börsennotiert sind und selbst jedoch in nicht-börsennotierte Unternehmen investieren. So bietet ein BDC eine Chance für "Klein-Anleger" durch den Kauf deren Aktien an dem privaten Markt von privaten Unternehmenskrediten und Venture Capital in kleinere und mittlere Unternehmen, welche nicht börsennotiert sind zu investieren. Wer in einen Deutschen BDC investieren will, der wird wohl oder übel keinen finden können, da diese Unternehmensform lediglich in den Vereinigten Staaten existiert. Die Grundlage der BDC bildet der Investment Company Act welcher seit 1980 eine Regelung für BDC's enthielt. Ziel war es, dass die Gesetzgebung der USA kleineren und mittleren Unternehmen die Möglichkeit bieten wollte, an Finanzmittel zu kommen, da diese keine Anleihen ausgeben können, wenn sie nicht Börsennotiert sind.

BDC's werden entweder intern oder auch extern gemanagt, wobei letztere nicht so beliebt bei den Anlegern sind. Bei den BDC mit externem Management werden der externen Partei eine Vergütung, welche an einen gewissen Prozentsatz im Bezug auf die Asssets der BDC orientiert und genau hier liegt der Hase im pfeffer: Durch eine externe Verwaltung mit einer Vergütung welche an gewisse Investitionen gekoppelt ist, ist die Gefahr gross, dass sich der externe Verwalter selbst in die Tasche wirtschaftet, indem er ausschliesslich solche Unternehmen Finanziert, für welche er hohe Boni kassiert. Main Street Capital Corporation ist intern gemanagt und das Portfolio von Main Street Capital Corporation verteilt sich auf über 30 unterschiedliche Branchen. Wie man an der Grafik erkennen kann, besteht keine sorge einer Klumpenbildung. Im Bezug auf Covid19 erkennt man, dass Hotel und Öl weniger als 10% der Anteile sind und somit die Krise doch nicht ganz so eingeschlagen hat.

Genau wie bei REIT's (Real Estate Investment Trusts) haben auch BDC's einige rechtliche Besonderheiten. Ein BDC kann sich als RIC (Regulated Investment Company) firmieren lassen. Wie bei einem REIT erhält das Unternehmen eine Freistellung von der Steuer auf das Taxable Income (Steuerbarer Gewinn), müssen jedoch im Gegenzug 90% des Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Das führt dazu, dass die meisten BDC's eher geringe Kursgewinne verzeichnen aber über hohe Dividendenrenditen verfügen. Ausserdem sind BDC's verpflichtet, ihre Investitionen breit zu streuen und zu diversifizieren, es dürfen maximal 5% des Kapitals in einer einzelnen Anlage gebunden sein. Ausserdem darf eine BDC eine Verschuldung von Maximal 50% haben, denn es soll nicht möglich sein, einen zu hohen Hebel anzusetzen, um das Risiko zu schmälern.

Die Main Street Capital Corporation wird momentan zu einem Preis von 27.58 gehandelt und hat eine Marktkapitalisierung von 1.78 Milliarden Dollar und und zahlt 8.73% bzw. 2.41 Euro Dividende im Jahr, welche jedoch seit 2007 jeden Monat Dividende ausschüttet. Die Dividende wurde 5 Jahre lang nicht gesenkt und in der selben Zeit jedes Jahr erhöht. In den vergangenen 10 Jahren konnten Anleger mit diesem Titel 107.10% Kursrendite erreichen, was eine ganz passable Rendite ist, hinzu kommen jedoch noch im schnitt 7% Dividende, welche wenn man diese reinvestiert eine wirklich gute Rendite hergibt.

Ausserdem gab es in den letzten Jahren diverse Sonderdividenden, was immer ein schöner und willkommener Bonus ist. Die ordentliche Monatliche Dividende wird durch die stetigen Einnahmen finanziert, die Sonderdividende wird jeweils aus den unregelmässigen Erträgen finanziert. Dies wird jedoch in den kommenden 5 Jahren geändert, es sollen keine Sonderdividenden mehr ausgeschüttet werden sondern die ordentliche Dividende soll um den Betrag der Sonderdividende erhöht werden. Der Grund liegt darin, dass 12 Auszahlungen im Jahr einfacher abgewickelt werden können als 13 oder 14 Dividendenzahlungen, ausserdem spart man damit auch Kosten. Diese Änderung gibt meiner Meinung nach mehr Stabilität in die Dividende. Die Verschuldung liegt bei 46% und hat momentan einen höheren Free Cashflow als die Ausschüttung (Ausschüttungsquote ist bei 94%) und ist in einem meiner Meinung nach annehmbaren bereich.

(Quelle: wwwAktienfinder.net)


Besonders durch die Monatliche Ausschüttung wird die Macht des Zinseszinses nochmals erhöht. Während der Krise rund um Corona hat der Kurs von Main Street Capital Corporation nachgegeben, der Grund liegt beim Zinsrisiko: Der grösste Teil der BDC's haben in ihren Kreditverträgen mit den Unternehmen einen variablen Zinsfuß vereinbart, welche sich natürlich am Leitzins orientiert. Während der Covid19 Pandemie hat die FED (Federal Reserve System welche das Amerikanische pendent zur EZB ist) in den Vereinigten Staaten den Leitzins in mehreren Schritten gegen 0% hin gesenkt. Der Zins liegt damit niedriger als während der Finanzkrise. Ein grosser Risiko vieler BDC's ist, dass diese ihre Investitionen hebeln, sprich selbst Fremdkapital aufnehmen um ihre Investitionen zu decken und sich damit verschulden und selbst auch Zinsen zahlen müssen. Gefährlich wird es besonders, wenn die Zinsen welche die BDC's nicht im selben Masse sinken wie die der Unternehmen in welche die BDC's investiert haben. Bei den Business Development Companys ist der Net Asset Value (NAV oder Netto-Inventarwert) eine wichtige Kennzahl, welche den Buchwert der Investitionen errechnet. Durch die Krise ging man davon aus, dass viele Firmen vor dem Bankrott stehen würden und sich der Buchwert massiv senken würde, dies ist ein weiterer Grund weshalb der Kurs vieler BDC's sank. Durch die hohe Ausschüttung und die monatliche Zahlung ist die Main Street Capital Corporation besonders für Gesellschaften wie Rentenfonds attraktiv, diese sind jedoch auf die Dividendenzahlungen angewiesen, da diese selbst auch monatliche Fixkosten und Ausschüttung haben.

Ich habe Main Street Capital Corporation noch nicht in meinem Depot, jedoch habe ich den Wert auf meiner Watchlist. Ich werde demnächst einen Sparplan auf den Wert über die Consorsbank anlegen und wenn sich erneut ein Einbruch des Kurses ergibt, werde ich mir über Degiro* eine grössere Position kaufen. Ich finde es äusserst spannend, über solch eine Aktie in kleinere Startup's und mittlere Unternehmen zu investieren, welche Potential haben grössere Renditen abzuwerfen.


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Stand am

14.11.2020

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