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Aktualisiert: 10. Feb. 2022

Heute geht es um meine Anpassung von den monatlich ausgeführten Sparplänen in Höhe von 2400 Euro bei der Consorsbank:


In regelmässig abständen analysiere ich die von mir besparten Aktien und prüfe, ob diese den ursprünglichen Investment Case noch immer erfüllen. Genau das habe ich wieder gemacht: Viele Werte haben sich in eine Richtung entwickelt, welche nicht mehr mit meiner Strategie übereinstimmen, einige haben bereits einen grossen Teil meines Depots erreicht, dass ich diese nicht weiter bespare um mein Portfolio etwas zu rebalancen. Gleichzeitig habe ich auch andere Assets, welche ich zusätzlich bespare oder komplett neu in meinen Sparplan kommen. Wichtig: Ich habe keine meiner bestehenden Positionen verkauft! Einige der Unternehmen sind mit einem Link zu meiner Analyse hinterlegt, Achtung, einige Analysen sind mehr als 1 Jahr alt und daher kann es sein, dass sich einige Fundamentaldaten geändert haben, im grossen und ganzen sind diese jedoch noch immer korrekt.


(-25 Euro) LVMH habe ich bislang mit 50 Euro pro Monat bespart, diese Position hat sich mit fast 50% Rendite sehr gut entwickelt und hat eine Grösse von fast 2% im Aktienportfolio bzw. 1% des Gesamtportfolios, deswegen habe ich die Sparrate von LVMH auf 25 Euro im Monat gesenkt. Mein Investment Case ist noch immer intakt, jedoch sehe ich andere Unternehmen, welche mehr potenzial haben und werde deswegen auch etwas Umschichten.


(+25 Euro) Die 25 Euro werden auf einen Activision Blizzard Sparplan umgeschichtet, welche bereits seit beginn mit 25 Euro bespart wird. Activision Blizzard hat bereits über 40% Rendite für mich erwirtschaftet und hat eine Grösse von 1.5 % im Aktienportfolio und 0.5% im Gesamtportfolio. Activision Blizzard ist führend im Gaming Markt und einige der Spiele kenne ich spiele ich schon seit Jahren. Das ist also nicht nur eine reine Investment Position, sondern auch eine Liebhaber Aktie für mich. (Achtung Bias!)


(-25 Euro) Welltower hat sich nicht so gut entwickelt wie gehofft, da es sich im Gegensatz zu Omega Healthcare auf privat zahlende Kunden konzentriert, war das abzusehen. Die Geschäftsmodelle ergänzen sich ganz gut, jedoch hat die Krise Welltower meiner Meinung nach härter getroffen und diese haben auch ihre Dividende ausgesetzt. Da ich REIT’s wegen dem stetigen und steigenden Cashflow kaufe, ist Welltower erst mal raus. Welltower hat mir eine schöne Gesamtrendite von 20% eingebracht, jedoch sehe ich in anderen Werten mehr potenzial für die Zukunft.


(+25 Euro) Für Omega Healthcare Investors gibt es eine Erhöhung im Sparplan, die Sparrate von Welltower wird direkt in den nächsten REIT investiert. Omega Healthcare hat es geschafft, trotz Covid19 eine steigende Dividende zu gewährleisten und hat die Zahlungen nicht ausgesetzt. Ausserdem will ich weiterhin im Bereich Altenpflege investieren, da dieser Markt in Zukunft durch die stetig alternde Gesellschaft einen noch grösseren Boom erfahren könnte. Omega Healthcare hat mir zwar nur 8% Kursgewinne eingebracht, schüttet mir jedoch Jährlich 8% Dividende aus und hat die Dividende seit 17 Jahren ununterbrochen gesteigert. Das nenne ich mal eine kleine Cashcow.


(-250 Euro) 10 Deutsche Werte mit je 25 Euro Sparrate fliegen aus meinem Portfolio raus. Einerseits da Werte aus anderen Nationen wesentlich besser abgeschnitten haben, andererseits da ich bei den Dividenden neben den Quellensteuern auch noch einen Solidaritätsbeitrag abgezogen bekomme und damit noch weniger netto vom Brutto habe. BASF (+23% Rendite macht 2% des Aktienportfolios aus und ca. 1% im Gesamtportfolio) Fresenius (-12% Rendite macht 1.8% des Aktienportfolios aus und gut 0.8% in meinem Gesamtportfolio) und Fuchs Petrolub (+4% Rendite macht 1.5% des Aktienportfolios aus und 0.5% im Gesamtportfolio) bespare ich nicht mehr, da die Positionen bereits eine gute Grösse in meinem Portfolio erreicht haben, unter anderem wegen einigen Einmalkäufen über Degiro. CTS Eventim (+34% Rendite) und Covestro (54% Rendite) haben beide gut Gewinne gemacht, jedoch sehe ich auch hier nicht mehr so viel Potenzial in Zukunft wie in der Vergangenheit: Wichtig vor allem: CTS Eventim hat unter Covid19 ordentlich gelitten und tut es heute noch. Adidas (+16%), Fielmann (+8%), MTU Aero Engines (+9%), Bayer (-10%), und SAP (-5%) haben meiner Meinung nach schlechter performt als die Konkurrenz, darum werden auch hier die Sparpläne stillgelegt.


(-150 Euro) 6 US-Unternehmen mit je 25 Euro Sparrate fliegen ebenfalls aus meinem Sparplan bei der Consorsbank raus. General Electric (+36%) welche meinen Investment Case nicht mehr erfüllt, genau wie Cisco Systems (+6%), Kraft Heinz (+14%) und IBM (-5%). Ausserdem gibt es bei den unternehmen auch gute Konkurrenten, welche den Sektor oder die Branche meiner Meinung nach besser abbilden. Bei Boeing (+10%) und Airbus (+15%) gibt es durch Covid19 viele Probleme, auch weiterhin, ich halte die Aktien zwar immer noch, jedoch wird es längere Zeit dauern, bis diese sich wieder richtig etabliert haben. Union Pacific (+16%) habe ich als Nebenwert für den Industriesektor, dieser ist durch diverse der oben genannten Firmen bereits ziemlich gross und als Zyklische Branche will ich mich hier mehr auf das Dividendenflaggschiff und Schwergewicht 3M konzentrieren.


(+50 Euro) Nvidia hat in der Vergangenheit echt super performed, ich habe Kursgewinne von mehr als 100%, unter anderem wegen dem Krypto Hype und den ausverkauften Grafikkarten für das Krypto Mining. Ich erhöhe damit den monatlichen Sparplan von 50 Euro auf 100 Euro.


(+50 Euro) Tesla hat auch eine enorme Rendite hingelegt und ich bin ein totaler Fan von Elon Musk und seinen Firmen sowie auch von den Fahrzeugen selbst. Ein spannendes Unternehmen welches möglicherweise zu einem eigenen Biotop wie Apple werden kann durch die verschiedenen Partnerfirmen / Tochtergesellschaften wie «Boring Company», «SpaceX», Solar City etc. Ich erhöhe damit den monatlichen Sparplan von 50 Euro auf 100 Euro.


(+50 Euro) Take 2 Interactive kommt als komplett neuer Sparplan hinzu, da ich meine Gaming Position neben Nvidia und Activision Blizzard ausbauen will. Gaming und ESports sehe ich als ein Markt der Zukunft der ähnlich viele Umsätze wie Fussballspiele oder American Football machen könnte, mit wesentlich geringeren Kosten natürlich.


(+100 Euro) werden neu in einen MSCI World ETF investiert, da ich mein Fundament im Depot stärken will. (ETF mit Sitz in Irland wegen Steuerlichen Vorteilen)


(+100 Euro) werden neu in einen S&P500 ETF investiert, auch für das Fundament und da ich Überzeugt bin, dass die US-Unternehmen auch weiterhin den globalen Markt anführen, wenigstens für die nächsten 10 Jahre. (ETF mit Sitz in Irland wegen Steuerlichen Vorteilen)


(+200 Euro) werden neu in einen Nasdaq 100 ETF investiert, um vom Technologischen Boom zu profitieren. Ich will in meinem Portfolio die Waagschale zwischen Risiko und Rendite ausgeglichen haben, damit bin ich relativ gut gefahren bisher. (ETF mit Sitz in Irland wegen Steuerlichen Vorteilen)


(+100 Euro) Ausserdem habe ich einen weiteren Sparplan auf einem Separatem (auf mich laufendem) Depot für meine Kinder aufgesetzt, dieses bespart vorerst 100 Euro pro Monat in ETFs, 25 Euro S&P500, 25 Euro MSCI World und 50 Euro Nasdaq 100.


In Summe werden damit künftig Monatlich 2625 Euro investiert, das sind 225 mehr als zuvor. Es ist einfach toll, das Wachstum tag für Tag miterleben zu können, besonders da ein Teil der neuen Sparsumme von den Dividenden getragen wird, welche ich monatlich erhalte und welche, dank der Dynamik der Dividendensteigerungen und der stetig zugekauften Anteile der Aktien immer mehr steigen. Das bedeutet, einige meiner Sparpläne werden bereits komplett durch meine Dividenden Finanziert, der Schneeball kommt langsam ins Rollen! Vielleicht kommen künftig noch ein paar Werte hinzu oder ich fokussiere mich auf eine weitere Aktie oder Branche.

 
 
 

Aktualisiert: 10. Feb. 2022

Ein ETF ist ein «Exchange Traded Fund», sprich ein Börsengehandelter Indexfonds der die Wertentwicklung eines Indexes, Branche oder Sektors abbildet. Nehmen wir die einzelnen Elemente des Wortes «Börsengehandelter Indexfonds» mal auseinander:


«Börsengehandelt» bedeutet, dass man das Wertpapier an einer Börse kaufen oder verkaufen kann. Dabei entstehen wie bei Aktien Gebühren für den Kauf oder Verkauf. (Es gibt bestimmte Anbieter, welche im Rahmen einer besonderen Aktion ETF’s ohne Gebühren zur Verfügung stellen, dies ist meist zeitlich begrenzt)


Ein «Index» dokumentiert die Entwicklung von einer bestimmten Auswahl von Aktien. Jeder Index hat einen Sinn und Zweck und gewichtet die Aktien danach, so gibt es den S&P500, welcher die 500 grössten Börsennotierten Unternehmen der USA beinhaltet. Andere Beispiele sind der DAX30, welcher die 30 grössten börsennotierten Deutschen Werte beinhaltet oder der SMI, welcher die 20 grössten Schweizer Werte abbildet.


Bei «Fonds» gibt es 2 verschiedene Arten: Aktiv gemanagte Fonds oder ein passiv gemanagter Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds gibt es professionelle Anleger, welche entscheiden Welches Wertpapier oder welches Finanzinstrument wann gekauft oder verkauft wird, dies erfordert zeitintensive Analysen des Marktes und kostet dementsprechend eine Gebühr von 1% - 3%, ob nun eine positive Rendite gemacht wurde oder nicht, ausserdem wird direkt bei der Fonds Gesellschaft investiert und nicht an einer Börse.

Passiv gemanagte Fonds oder «ETF’s» haben einen im Voraus definierten Kriterienkatalog nach dem entschieden wird, welche Aktien mit welcher Gewichtung gekauft oder verkauft werden müssen. Dies geschieht automatisiert und ist deswegen wesentlich günstiger, die Gebühren liegen beim Kauf auf dem Niveau eines Aktienkaufs und die jährliche Gebühr kann von 0.1% - 0.5% betragen. Es gibt wenige besondere ETF’s welche höheren Gebühren haben, diese sind aber auf einen sehr besonderen Sektor oder Markt spezialisiert. In einem Fonds können Aktien enthalten sein, aber auch Rohstoffe, Edelmetalle, Anleihen und vieles mehr, je nach dem was der Fonds genau abbilden soll.


Ein ETF auf den S&P500 bildet somit die Wertentwicklung des S&P500 Index nach, das bedeutet, man muss nicht alle Aktien des Indexfonds selbst kaufen und entsprechend gewichten, sondern man kann das direkt über dieses Instrument machen. Es gibt auch ETF’s welche Länder, Branchen, Regionen oder sogar die weltweit grössten Firmen in einem einzigen Finanzinstrument abbilden. So etwas kann sehr vorteilhaft sein, wenn zum Beispiel ein Land für dich als Investment interessant ist, du jedoch keinen guten Anschluss an diese Börse hast, was in vielen Asiatischen Ländern der Fall ist, oder auch China, da kann man nur direkt Aktien kaufen, wenn man die Staatsbürgerschaft hat.


Die Replikation (das abbilden der entsprechenden Aktien) kann in verschiedenen Arten stattfinden, dabei ist die gängigste die Physische Abbildung. Bei der Physischen Replikation / Abbildung wird durch eine gegründete Gesellschaft jede Aktie 1:1 gekauft, welche im Index sein soll. So schwankt der Wert dieser Gesellschaft genau so, wie der Wert der Titel welche gekauft wurden. Um die Anleger an den Kursgewinnen oder Verlusten zu beteiligen, gibt die Gesellschaft ETF Anteile (Ähnlich wie Aktien) an die Anleger aus.


Neben den üblichen «Long ETF’s» gibt es auch «Short ETF’s», welche sich gegensätzlich zum Index bewegen, um hier Profit zu machen, muss der Index der abgebildet wird eine negative Rendite machen. Man setzt damit auf fallende Kurse. Wenn der Kurs des Indexes um 5% fällt, macht dieser ETF 5% plus. Diese Art von ETF ist sehr riskant, zumal die meisten Märkte auf lange Sicht steigen!

Beide ETF Varianten können auch gehebelt (Leverage) gehandelt werden. Diese besondere Art der Investition bedeutet, dass der Index überproportional von Gewinnen und Verlusten partizipiert. Ein 2er Hebel bedeutet, dass wenn der Index 2% gewinnt, steigt der ETF um 4%. Man verdoppelt sozusagen den Einsatz mit Fremdkapital. Dasselbe passiert jedoch auch, wenn der Index fällt, dann verdoppelt sich der Verlust im ETF. Auch hier ist das Risiko/Chancen Verhältnis sehr hoch, es potenziert sich mit jedem weiteren Hebel. «Short» und «Leveraged» ETF’s sind somit sehr Spekulativ und sind als Langfristiges Anlageprodukt ungeeignet.


Die Namen der ETF’s hören sich meist sehr Exotisch an. Die Zusammenstellung eines ETF Namen ist wie folgt: «Lyxor MSCI Emerging Markets (2x) Leverage Short UCITS ETF»

«Lyxor» ist der Anbietername;

«MSCI Emerging Markets» ist der Indexname;

«2x Leverage» bedeutet, dass ein 2er Hebel angewendet wird;

«Short» bedeutet, dass es sich um einen Short ETF handelt und auf fallende Kurse gesetzt wird;

«UCITS ETF» ist der regulatorische Hinweis.


Hinzu kommen in der Regel noch Informationen zur Ausschüttung (ähnlich der Dividende bei Aktien). Es gibt ETF’s welche Erträge ausschütten, welche meist mit D / Dis / Dist abgekürzt werden. (Englisch Distributing, zu Deutsch verteilen oder austeilen) Es gibt aber auch ETF’s welche nicht ausschütten und die Rendite komplett Thesaurieren, diese haben die Abkürzung C / Acc. (Englisch Accumulating, zu Deutsch akkumulieren, aufrechnen, aufsummieren)


Bei ETF’s ist es auch wichtig, in welcher Währung der Index abgebildet wird, da je nach dem ein Währungsrisiko besteht. Um diese Währungsrisiken abzuschwächen, kann ein ETF auch gehedged werden, zu Deutsch abgesichert. Das bedeutet, dass ein ETF auf den S&P500 welcher normalerweise in Dollar notiert, auch in Euro oder Schweizer Franken abgesichert werden kann, so kann das Währungsrisiko verringert werden.


Ihr seht also: Es gibt unglaublich viele verschiedene ETF’s in diversen Formen und Varianten, es ist für jeden etwas Passendes dabei.


Vorteile eines ETF’s: Dadurch, dass diese an Börsen gehandelt werden, sind diese relativ liquide, durch die diversen Werte, welche der ETF enthält, ist er in der Regel breit diversifiziert, Transparent und auch kostengünstig. Im Gegensatz zu anderen Finanzinstrumenten hat ein ETF einen geringen «Tracking Error» bzw. sehr wenig Abweichung zum Index. Es gibt kein Emittenten Risiko bei ETF’s, das bedeutet, wenn der Anbieter des ETF’s pleitegeht, ist dein Investment nicht in Gefahr, da das Vermögen als Sondervermögen gilt und nicht vom Anbieter gehalten, sondern nur verwaltet wird.


Nachteile eines ETF’s: Es entsteht eine Jährliche Gebühr, welche bezahlt werden muss, die sogenannte «TER» (Total Expense Ratio) oder Gesamtkostenquote. Diese sind oft bei 0.2% können jedoch auch wesentlich höher oder tiefer sein, was von einer möglichen Rendite abgezogen werden muss. Wichtig: Diese Kosten kommen so oder so auf den Investor zu, ob er nun eine positive Rendite gemacht hat oder eine negative.


ETF's sind sehr gut für Anfänger geeignet, man muss sich jedoch auch hier erst mit der Materie auseinandersetzen.



 
 
 

Aktualisiert: 10. Feb. 2022

Im Prinzip ist es ein von der Gesellschaft allgemein anerkanntes Tausch- und Zahlungsmittel. Das Wort an sich kommt aus dem althochdeutschen «Gelt» was heute noch immer in diversen Wörtern wie «Entgelt», «Vergeltung» oder «abgelten» enthalten ist. Es wurde auch für Lohn, Vergütung und Wert genutzt. Doch wie kam es dazu, dass man Geld überhaupt benutzt hat? Immerhin könnte ich ja auch einige Äpfel welche ich nicht benötige gegen einen neuen Stuhl tauschen, welcher mein Nachbar nicht benötigt? Der Tauschhandel war lange Zeit Bestandteil der Wirtschaft und älteste Form des Handels, auch heutzutage wird Tauschhandel bei einigen indigenen Völkern betrieben. Beim Tauschhandel gibt es einige Probleme:


Wertbestimmung: Wie viel Wert hat der Stuhl den ich hergestellt habe? 50 Äpfel, 40 Birnen oder 90 Walnüsse? Jeder erachtet sein eigenes Gut als wertvoll und man versucht, den für sich besten Handel abzuschliessen. Aber kann ich die 50 Äpfel denn auch Konsumieren, bevor diese verderben oder muss ich diese wiederum weiter tauschen, um ein anderes dringend benötigtes Gut zu erhalten?

Werterhaltung: Ich benötige dringend eine neue Kuh um den Eigenbedarf an Milch abzudecken, der Bauer erwartet dafür 400 Äpfel. Ich kann die gewünschte Anzahl nicht in mehreren Monaten ansparen da diese sonst verfaulen, ich muss also meine Gesamte Ernte dem Bauern überlassen. Das Sammeln der verderblichen Güter für den Tausch hängt damit auch vom Zeitpunkt des Tauschhandels ab.

Teilbarkeit: Wenn ich mit Äpfeln handle, kann ich natürlich 1 Apfel gegen 2 Walnüsse tauschen. Habe ich aber keine kleinen Güter, sondern nur ein Pferd zum Tausch, so kann ich dieses nur teilen, wenn ich es zuvor schlachte und einzelne stücke Fleisch anbiete, kann ich es nicht innert nützlicher Frist verkaufen oder verzehren, verdirbt auch das und ich habe erneut einen finanziellen Verlust erlitten.

Das Finden von Angebot und Nachfrage: Wenn ich Äpfel habe und einen Stuhl benötige, wie lange muss ich wohl suchen, bis ich jemanden gefunden habe, der Äpfel haben will und einen Stuhl anzubieten hat?


Die Lösung all dieser Probleme bietet ein indirekter Austausch, folglich ein Gut, welches nicht direkt die Nachfrage des Handelspartners befriedigt, ihn jedoch befähigt dieses Gut in einem anderen Handel für die von ihm benötigte Güter zu tauschen. Es braucht ein Gut, welches einheitlich ist und einen Zeit- Ort- und Produkt unabhängigen Handel ermöglicht. Ein funktionierendes Zahlungsmittel muss folgenden Anforderungen gerecht werden:

Langlebigkeit: Das Gut darf nicht verderben können und nur schwer zu zerstören sein, damit es seinen Wert erhalten kann. Blätter eines Ahornbaumes wären somit weniger gut geeignet als Granitkieselsteine.

Mobilität: Man muss das gut einfach transportieren können und es soll auch kompakt sein damit es gut gelagert werden kann. Hier wären die Ahornblätter den Granitkieselsteinen überlegen.

Austauschbarkeit: Eine Einheit des Zahlungsmittels muss der anderen entsprechen und untereinander austauschbar sein. Da aber jedes Ahornblatt und jeder Granitkieselstein sich in Grösse, Qualität, Gewicht und Form von einem anderen Unterscheidet sind beide Kandidaten in diesem Fall nicht als Zahlungsmittel geeignet.

Teilbarkeit: Ein gutes Zahlungsmittel muss teilbar sein, um auch geringere Güter einfach Handeln zu können. Der Granitkieselstein kann nicht geteilt werden, das Ahornblatt könnte jedoch in 3 oder 5 Teile geschnitten werden da die Blätter je nach Art aus 3 oder 5 Blättchen bestehen. Ein Granitkieselstein kann nicht weiter geteilt werden, bzw. es würde dadurch einfach 2 kleinere Granitkieselsteine entstehen. In diesem Fall wäre das Ahornblatt eher ein teilbares Zahlungsmittel, jedoch mit der Problematik, dass ein 5 Blättriges mehr Wert haben würde als ein 3 Blättriges.

Seltenheit: Ein gutes Zahlungsmittel muss selten sein, damit es nicht zu einer Inflation führt oder einfach gesammelt werden kann, da das Zahlungsmittel somit keinen Wert mehr hat. Ahornblätter, ob mit 3 oder 5 Blättern sind alles andere als Selten. Granitkieselsteine sind schon schwerer zu finden, jedoch je nach Region trotzdem sehr verbreitet. In diesem Fall wären beide Kandidaten als Zahlungsmittel ungeeignet.

Fälschungssicher: Das potenzielle Zahlungsmittel darf nicht einfach zu fälschen sein, da es sonst zu einer unkontrollierten Erhöhung des Zahlungsmittels führt und dieses den Wert Verliert.

Vertrauen: Die Handelspartner müssen das Vertrauen in das Zahlungsmittel haben, dass dieses den Wert behält und auch weiterhin als indirektes Tauschmittel zur Verfügung steht.


Es ging nicht lange, bis ein Gut gefunden wurde, welches den Anforderungen entspricht welches sich langfristig durchsetzen konnte: Edelmetalle wie Gold und Silber. Überprüfen wir nun die Kriterien anhand von Gold oder Silber als indirektes Tauschmittel:


Langlebigkeit: Gold und Silber sind beide sehr langlebig und können nur sehr schwer zerstört werden.

Mobilität: Ein Klumpen Gold- oder Silbererz ist je nach Grösse nicht einfach zu transportieren oder zu verwahren, jedoch kann man das Edelmetall einschmelzen und in kleinere Stücke teilen, damit diese auch in einen Beutel oder eine Schublade passen.

Teilbarkeit: Auch hier ist es nur schwer, einen Teil des Gold- oder Silbererzes abzutragen, jedoch löst man das Problem erneut mit dem einschmelzen des Edelmetalls.

Seltenheit: Beide Minerale kommen nur selten vor und sind auch mühsam abzubauen.

Fälschungssicher: Weder Gold noch Silber kann hergestellt werden, jedoch kann man mit Handwerklichem Geschick aus einem grösseren Klumpen Silber kleine Silberstücke schmelzen, oder die Ränder von einheitlichen Stücken abschleifen und mit dem abgeschliffenen Material ein neues Stück des begehrten Edelmetalls herstellen. Dieses Problem konnte mit einer Prägung gelöst werden, es ist zwar immer noch möglich, geprägtes Silber- oder Goldstück zu fälschen, es ist jedoch mit erheblichem Aufwand und handwerklichem Geschick verbunden.

Vertrauen: Da Edelmetalle seit jeher bei den Menschen begehrt ist, kann das Vertrauen in das indirekte Tauschmittel nur mit einer Art Garantie sichergestellt werden, dass das Tauschmittel immer denselben Inhalt hat und nicht mit anderen Metallen verwässert wird. Das ist jedoch immer eine Glaubensfrage.


Die ersten geprägten Münzen kamen in Asien auf und wurden durch die Griechen in Europa verbreitet. Das Römische Reich etablierte daraufhin etablierte Münzstandards, durch dessen Niedergang hat sich die europäische Geldwirtschaft dezentralisiert und es wurde lange Zeit reger Tauschhandel getrieben. Das dunkle mittelalter heisst nicht umsonst so, denn viele Errungenschaften der Menschheit sind nach dem Fall von Rom verloren gegangen. Es wurden zwar weiterhin die römischen Münzen genutzt, jedoch konnten neue Münzen erst nach und nach geprägt werden. Erst im 13. Jahrhundert war die Technologie wieder auf dem Stand, welche Rom vor dem Niedergang hatte. Erst Karl der Grosse konnte einen zentralen Währungsstandard wieder herstellen und hat einen Silberstandard definiert, welcher die Menge an Silber pro Geldstück vereinheitlichte.


Nun gab es im laufe der Zeit immer mehr Menschen, welche einerseits ihr Geld verwahren wollten und andererseits schnell und einfach verfügbar haben wollten. Man gab einer allseits bekannten vertrauenswürdigen Person oder Unternehmung sein Geld und erhielt dafür eine Quittung, mit diesem Papier oder Pergament hatte man das Anrecht, auf die Summe welche deponiert wurde. Nun konnte man, sobald man etwas erwerben wollte, die Quittung einreichen, sein Vermögen zurückerhalten und damit das gewünschte Gut kaufen. Der Verkäufer wiederum konnte das Geld anschliessend ebenfalls verwahren und erhielt dafür die Quittung. So kam es, dass mit der Zeit auch solche beglaubigten Quittungen als Zahlungsmittel akzeptiert wurden und die Grundfeste des Papiergeldes waren geschaffen. Das Vertrauen in Papiergeld beruhte ursprünglich darauf, dass es von jedem zu jeder Zeit in Münzgeld umgetauscht werden konnte. Dieses Vertrauen musste durch ausreichende Bestände an Münzgeld in den Schatzkammern des Herausgebers begründet werden. Außerdem wurde der Umtausch in Münzgeld auf dem Papiergeld meist in Textform zugesichert. Als historisches Überbleibsel sind solche Zusicherungen heute noch auf den Geldnoten verschiedenster Länder zu sehen.

 
 
 
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Stand am

21.01.2024

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